Firmenwagen privat nutzen

Was es mit der 1%-Regelung auf sich hat

Wenn dir dein Chef einen Dienstwagen zur Verf├╝gung stellt, den du auch privat nutzen darfst, profitierst du von einem┬ágeldwerten┬áVorteil. Auf die Verwendung des Autos in deiner Freizeit fallen dann Steuern an. Die k├Ânnen nach unterschiedlichen Systemen berechnet werden, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Hier erf├Ąhrst du, was es mit der 1 %-Regelung auf sich hat und worin die Unterschiede zu einem klassischen Fahrtenbuch bestehen.

Muss ein Firmenwagen versteuert werden?

Nutzt du deinen Dienstwagen nicht nur w├Ąhrend der Arbeitszeit, sondern auch privat, bittet dich das Finanzamt zur Kasse. Das kannst du nur umgehen, indem dein Arbeitsvertrag ausdr├╝cklich die private Nutzung des Firmenwagens ausschlie├čt. Ansonsten behandelt das Finanzamt den Wagen als Sachleistung und verlangt von dir, diesen sogenannten geldwerten Vorteil zu versteuern. Die Steuerabgaben k├Ânnen entweder pauschal geleistet werden im Rahmen der 1 % -Regelung oder du f├╝hrst ein Fahrtenbuch.

Die Variante, f├╝r die du dich oder dein Arbeitgeber entscheidest, wird das Jahr ├╝ber beibehalten. Dauerhaft bist du daran jedoch nicht gebunden. Solltest du zun├Ąchst die 1 % -Regelung gew├Ąhlt haben, stellst aber im Laufe der Zeit fest, dass ein Fahrtenbuch f├╝r dich g├╝nstiger k├Ąme, kannst du zum n├Ąchsten Kalenderjahr die Besteuerungsmethode wechseln.

Nutzt du als Selbst├Ąndiger einen Firmenwagen, kommt es f├╝r die Besteuerung darauf an, ob das Fahrzeug zu deinem Privat-oder Betriebsverm├Âgen z├Ąhlt. Als Faustregel merkst du dir: Wird das Automobil mindestens zu 50 % zu beruflichen Zwecken genutzt, z├Ąhlt es automatisch zum Firmenverm├Âgen. Liegt die gesch├Ąftliche Nutzung zwischen 10 und 49 %, entscheidest du, welchem Verm├Âgen der Dienstwagen zugeordnet wird. Beachte dabei, dass du als Freiberufler oder Selbst├Ąndiger f├╝r die private Nutzung nicht nur Einkommenssteuer, sondern meistens auch Umsatzsteuer abf├╝hren musst. Das gilt f├╝r jede Art der Besteuerung, die f├╝r das Fahrzeug gew├Ąhlt wurde.

Firmenwagen versteuern: Was bedeutet „geldwerter Vorteil“?

Ein geldwerter Vorteil stellt eine Leistung des Arbeitgebers dar, die dir zus├Ątzlich zu deinem Gehalt angeboten wird. Das k├Ânnen Tankgutscheine, Rabatte, private Nutzung von Laptop oder anderen Ger├Ąten sein oder eben der Firmenwagen. Der geldwerte Vorteil besteht aus dem Betrag, den du aufwenden m├╝sstest, wenn du die Sachleistung des Arbeitgebers in Eigenregie finanzieren w├╝rdest.

Laut ┬ž 8 Einkommensteuergesetz gilt der sachbezogene geldwerte Vorteil als Einnahme. Dadurch z├Ąhlt er zum steuer- und sozialversicherungspflichtigen Einkommen. Sachleistungen bis zu einem Wert von monatlich 44 Euro sind immer steuerfrei. Die Berechnung des geldwerten Vorteils bei einem Firmenwagen erfolgt entweder ├╝ber die 1 %- Regelung oder ├╝ber ein Fahrtenbuch, das du f├╝hren musst.

So wird die Steuerlast berechnet: Fahrtenbuch oder 1-%-Regel

Die meisten Nutzer eines Dienstwagens entscheiden sich f├╝r die 1 %-Regelung, die als Pauschale abgef├╝hrt wird. Der geldwerte Vorteil, den du durch die Nutzung des Firmenfahrzeugs hast, berechnet sich f├╝r die private Nutzung aus ┬ž 6 Abs. 1, Nr. 2 S.2 des Einkommensteuergesetzes. F├╝r jeden Kalendermonat wird dabei 1 % des jeweiligen Listenpreises im Inland angesetzt. Das gilt auch dann, wenn die Firma das Fahrzeug im Ausland erworben hat oder es sich um einen geleasten oder gemieteten Pkw handelt. Betr├Ągt der offizielle Listenpreis 50.000 Euro, ergibt sich f├╝r dich ein geldwerter Vorteil von 500 Euro monatlich, auf den du Lohnsteuer, Solidarit├Ątszuschlag, Sozialversicherungsbeitr├Ąge und eventuell die Kirchensteuer abf├╝hren musst.

Bist du aus gesundheitlichen Gr├╝nden nicht in der Lage, ein Fahrzeug zu f├╝hren, entf├Ąllt der geldwerte Vorteil f├╝r die vollen Monate, in denen du nicht ans Steuer kannst. Beachte dabei, dass in dieser Zeit auch nicht deine Familienmitglieder das Fahrzeug nutzen d├╝rfen.

Da Firmen manchmal auch gebrauchte Fahrzeuge anschaffen und Pkw mit der Zeit an Wert verlieren, fragen sich viele, was es mit dem Listenpreis auf sich hat. Hierbei handelt es sich um den offiziellen Preis, mit dem das Fahrzeug zum Zeitpunkt seiner Erstzulassung gelistet wurde – die sogenannte unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers plus eventuelle Kosten f├╝r Sonderausstattung und die Umsatzsteuer. Eine nachtr├Ągliche Aufr├╝stung des Fahrzeugs mit Bordelektronik oder der Einbau eines Fl├╝ssiggastanks werden nicht auf den Listenpreis aufgeschlagen. Ebenso nicht Winterreifen plus Felgen, Kosten f├╝r ├ťberf├╝hrung und Zulassung oder der Einbau eines Autotelefons.

├ťbrigens: Hat deine Firma einen Gebrauchten f├╝r 15.000 Euro angeschafft, dessen Listenpreis 40.000 Euro betr├Ągt, orientiert sich daran dein geldwerter Vorteil. In diesem Fall 400 Euro monatlich.

Der geldwerte Vorteil erh├Âht sich monatlich um 0,03 % der einfachen Strecke in Kilometern zu deinem Arbeitsplatz. Statt dieser pauschalen Berechnung kannst du eine Einzelbewertung in Betracht ziehen. Nutzt du den Dienstwagen an 15 oder weniger Tagen im Monat, um zur Arbeit zu kommen, setzt du nur 0,002 % des Listenpreises f├╝r deine Fahrt an. Eine schriftliche Erkl├Ąrung ├╝ber die unternommenen Fahrten ist notwendig. Bei einer aus beruflichen Gr├╝nden notwendigen doppelte Haushaltsf├╝hrung erh├Âht sich deine Pauschale um 0,002 % des Listenpreises, sofern du die Fahrt nicht als Werbungskosten absetzen kannst. Die Einzelbewertung kann nicht von Freiberuflern, Selbst├Ąndigen und Gewerbetreibenden genutzt werden.

Alternativ kannst du dich f├╝r ein Fahrtenbuch entscheiden. Darin dokumentierst du schriftlich oder elektronisch jede Fahrt und ob sie privater oder beruflicher Natur war. Neben dem Datum m├╝ssen der Kilometerstand zu Beginn und Ende der Fahrt, Reiseziel und Reisezweck sowie Name des Gesch├Ąftspartners erfasst werden. Bei Privatfahrten notierst du nur die Kilometer. F├╝r die Steuer z├Ąhlen alle Kosten, die mit dem Wagen zusammenh├Ąngen. Es gelten die tats├Ąchlichen Anschaffungskosten und nicht der Listenpreis. F├Ąhrst du mit dem Firmenwagen 30.000 km im Jahr und davon 5.000 km privat bei Aufwendungen von 7.000 Euro, ergeben sich 7.000 Euro/30.000 km = 0,23 Euro pro Kilometer. Dein geldwerter Vorteil betr├Ągt dann 1.150 Euro, die auf dein steuerpflichtiges Jahreseinkommen addiert werden.

Firmenwagen versteuern: Rechenbeispiel zur 1-%- Regelung

Wird dein Firmenwagen nach der 1 %-Regelung versteuert, bedeutet das, du musst an das Finanzamt monatlich 1 % des Brutto-Inlandslistenpreises abf├╝hren. Au├čerdem wird noch eine Besteuerung von 0,03 % des Brutto-Inlandspreises pro Kilometer Wegstrecke zwischen deinem Wohnort und dem Arbeitsplatz angelegt. Mit diesen beiden Werten errechnet sich ein Zusatzeinkommen, das deinem Gehalt aufgeschlagen, aber nicht ausgezahlt wird. Hintergrund ist die korrekte Berechnung von Abgaben f├╝r die Steuer und die Sozialversicherung. Angenommen, du verdienst 3.000 Euro brutto im Monat, dein Firmenwagen hat als einen Neuwert von 30.000 Euro und die Strecke zwischen deinem Wohn- und Arbeitsort betr├Ągt 50 km. Dann stellt sich die Rechnung wie folgt dar:

30.000 Euro Neupreis x 0,01 % = 300 Euro
50 Kilometer Wegstrecke x Neupreis x 0,03 % = 450 Euro

Das ergibt unter dem Strich einen geldwerten Vorteil durch den Firmenwagen von 750 Euro im Monat. Dein Einkommen von 3.000 Euro erh├Âht sich auf 3.750 Euro monatlich.

Hat dein Firmenwagen einen Neuwert von 40.000 Euro, musst du zun├Ąchst 400 Euro extra im Monat versteuern. F├Ąhrst du an 20 Arbeitstagen jeweils t├Ąglich 20 km zur Arbeit, kommen noch einmal 240 Euro hinzu. Damit steigt dein Einkommen schon einmal um 640 Euro.

Von dem ermittelten geldwerten Vorteil ziehst du nat├╝rlich die Entfernungspauschale ab. Im letzten Beispiel w├╝rde diese bei 20 Arbeitstagen 120 Euro betragen, die du von den 640 Euro abziehen kannst. So landest du bei 520 Euro als geldwertem Vorteil.

Firmenwagen – wann lohnt sich die 1 %- Regel?

Ist der Firmenwagen wirklich so lukrativ? F├╝r den Arbeitgeber auf jeden Fall. Denn der kann dein Bruttogehalt und die Lohnnebenkosten um den geldwerten Vorteil, der durch den Dienstwagen entsteht, senken. Au├čerdem kann dein Arbeitgeber bei einem Neuwagenkauf die Umsatzsteuer zur├╝ckerhalten und Anschaffung sowie Unterhaltskosten f├╝r den von dir genutzten Wagen als Betriebsausgaben geltend machen.

Grunds├Ątzlich lohnt sich f├╝r dich als Arbeitnehmer das Firmenfahrzeug im Vergleich zu einer Gehaltserh├Âhung immer dann, wenn du beruflich wirklich dauernd mit dem Auto auf Achse bist. Denn der Arbeitgeber ├╝bernimmt Steuer, Versicherung, anfallende Inspektionen und Reparaturen, die Sommer-und Winterreifen inklusive Wechsel, T├ťV und ASU sowie die Anschaffungskosten. Wenn du die Wahl hast zwischen Firmenwagen und Gehaltserh├Âhung, solltest du daher vorausschauend kalkulieren, welche Variante f├╝r dich g├╝nstiger ist. Ist klar, dass du einen Dienstwagen erhalten wirst, musst du ebenfalls abw├Ągen, ob du dich f├╝r Fahrtenbuch oder 1 %- Regelung entscheidest.

Experten raten dazu, das Fahrtenbuch zu f├╝hren, wenn du das Auto ├╝berwiegend beruflich nutzt. Wird dir ein Gebrauchtwagen zur Verf├╝gung gestellt, ist es ebenfalls sinnvoll, von der 1%-Regelung Abstand zu nehmen. Denn bei der Berechnung des geldwerten Vorteils wird der Neupreis zugrundegelegt. Die 1%-Regelung ist bei kurzen Arbeitswegen in Kombination mit einem niedrigen Listenpreis des Fahrzeugs von Vorteil. Denn dadurch f├Ąllt die Besteuerung ebenfalls im Verh├Ąltnis niedriger aus. Auch bei einer privaten Nutzung des Firmenfahrzeuges von mindestens 30 % ist die 1 %-Regelung eine gute Wahl.

Steuerlast beim geldwerten Vorteil von Firmenwagen reduzieren

Die Anwendung der 1 %-Regelung kann f├╝r dich unter Umst├Ąnden teuer werden. Du kannst die Steuerlast absenken, wenn du aufgrund einer au├čerdienstlichen Nutzung etwas auf deinen Firmenwagen hinzuzahlen musst. Denn diese Aufwendungen mindern den geldwerten Vorteil, den du versteuern musst. M├╝ndliche Vereinbarungen z├Ąhlen nicht, die Zuzahlung muss in Form einer arbeitsvertraglichen Vereinbarung vorliegen. Das Bundesfinanzministerium hat im September 2017 erl├Ąutert, welche von dir als Arbeitnehmer ├╝bernommenen Kosten den geldwerten Vorteil reduzieren k├Ânnen. Dazu z├Ąhlen folgende Ausgaben:

  • Kraftstoff
  • Reparaturen
  • Wartungsarbeiten
  • Autow├Ąsche und Waschstra├če
  • Kfz-Steuer
  • Versicherungsbeitr├Ąge f├╝r Haftpflicht und Voll-oder Teilkasko
  • Mietzahlung f├╝r einen Stellplatz oder eine Garage
  • Kosten f├╝r einen Anwohnerparkausweis
  • Ladestrom bei Elektroautos

Nicht ber├╝cksichtigt werden Parkgeb├╝hren, Bu├č-oder Verwarnungsgelder, Vignetten f├╝r ├ľsterreich und die Schweiz oder sonstige Mautgeb├╝hren. Deine Zuzahlungen k├Ânnen den geldwerten Vorteil maximal auf 0 Euro absinken lassen. Sollten die von dir aufgewendeten Betr├Ąge den geldwerten Vorteil ├╝bersteigen, ist es nicht m├Âglich, diese Ausgaben als Werbungskosten steuerlich geltend zu machen.

Die 1 % – Regelung kann f├╝r dich zum Nachteil werden, wenn du Zuzahlungen leisten musst. Du solltest daher vorab unbedingt kalkulieren, welche steuerliche Belastung plus weitere Kosten f├╝r den Firmenwagen auf dich zukommen werden. Zur Sicherheit kannst du mit deinem Arbeitgeber in deinem Anstellungsvertrag eine Kostendeckelung vereinbaren. Sonst ist deine Zuzahlung am Ende h├Âhere als dein geldwerter Vorteil und du hast keine andere M├Âglichkeit, den ├╝bersch├╝ssigen Betrag von der Steuer abzusetzen.

Alternativ kannst du ├╝berlegen, statt der 1 % -Regelung ein Fahrtenbuch zu f├╝hren. Grunds├Ątzlich flie├čen die von dir finanzierten Aufwendungen f├╝r den Dienstwagen nicht in die Gesamtkosten ein, was den pers├Ânlichen Nutzungswert nicht erh├Âht. Doch keine Regel ohne Ausnahme: ├ťbernommene Kosten k├Ânnen durchaus zu den Gesamtkosten z├Ąhlen, werden als Nutzungsentgelt behandelt und verringern deinen geldwerten Vorteil. Sofern du Zuzahlungen f├╝r die Anschaffung des Firmenfahrzeuges geleistet hast, rechnet das Finanzamt diesen Betrag ebenfalls j├Ąhrlich an – allerdings maximal bis zu einem Fahrzeugwert von 0 Euro. Wichtig dabei: Du musst s├Ąmtliche von dir ├╝bernommene Kosten nachweisen und mit der Gesamtfahrleistung deinem Arbeitgeber j├Ąhrlich schriftlich erkl├Ąren. Dein Unternehmen wird dann im Lohnsteuerabzugsverfahren von dir getragene Ausgaben ber├╝cksichtigen, was deinen geldwerten Vorteil ebenfalls mindert.

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*Im monatlichen Paketpreis sind folgende Leistungen inklusive: KFZ-Zulassung, KFZ-Haftpflichtversicherung, Teil- und Vollkaskoversicherung mit Selbstbehalt, KFZ-Steuer, Rundfunkgeb├╝hren, Wartungs- und Verschlei├čreparaturen, wintertaugliche Bereifung, Inspektionen und Hauptuntersuchungen. Im Mobilit├Ątspaket nicht enthalten sind Kosten f├╝r folgende Betriebsmittel: Kraftstoffe, Strom, AdBlue, Scheibenwaschwasser sowie Motor├Âl.

1 Bei verbindlich geschlossener Buchungsvereinbarung ├╝ber ein Mobilit├Ątspaket durch einen privaten oder gewerblichen Neukunden gem├Ą├č den zum Zeitpunkt der Buchung geltenden Allgemeinen Gesch├Ąftsbedingungen der Cluno GmbH (ÔÇ×BuchungÔÇť) entf├Ąllt die sonst anfallende einmalige Startgeb├╝hr von 299,00 EUR inkl. Umsatzsteuer. Als Neukunde gilt, wer in der Vergangenheit keine Buchungsvereinbarung bei der Cluno GmbH abgeschlossen hat.

3 Der Wertgutschein in dargestellter H├Âhe gilt ausschlie├člich f├╝r Fahrzeuge mit einer Liefer-Verf├╝gbarkeit innerhalb von 2 Wochen und nur bei Entgegennahme des Fahrzeugs binnen 7 Tagen ab Verf├╝gbarkeitsdatum und nicht f├╝r Bestandskunden, die zum Fahrzeugwechsel eine Buchung abschlie├čen. Es gelten folgende Bedingungen.